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Volkswirtschaft und Research | 19.10.2018

Tagesausblick Renten/Devisen

Unsere tägliche Einschätzung zu relevanten Wirtschaftsdaten sowie den Renten- und Devisenmärkte


US-Immobilienmarkt schwächelt

Bund-Future: Risikoaversion weckt Kaufinteresse

EUR-USD: Technische Risiken bleiben

  

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Die US-Notenbank bleibt zunächst auf Zinserhöhungskurs. Das FOMC-Sitzungsprotokoll brachte zutage, dass die Mitglieder den Prozess gradueller Zinserhöhungen unterstützen. Dafür gibt es neben den starken Stimmungswerten bei Unternehmen und Verbrauchern andere gute Gründe. So ist der Arbeitsmarkt in einer sehr guten Verfassung, auch wenn das Lohnwachstum noch nicht von Überhitzung kündet. Dies ist der Kern der Argumentation derjenigen FOMC-Mitglieder, die eine Straffung der Zinsen über ein neutrales Niveau hinaus nicht mittragen würden. Die Meinungen, wann das neutrale Niveau erreicht ist, gehen auseinander, der Wert dürfte sich aber aktuell im Bereich von 3% bewegen. Einige der Mitglieder favorisieren dagegen Zinsen oberhalb des neutralen Niveaus. Alsbald ist dies aber nicht zu erwarten. Lohn- und Kernpreissteigerungen müssten dafür zunächst einmal eine weitere Beschleunigung erfahren.

Dass die Zinserwartungen in den USA heute forciert werden, halten wir nicht für wahrscheinlich. So werden die Redebeiträge von Fed-Vertretern (Bostic und Kaplan) wohl kaum Klarheit schaffen. Zudem stehen mit den Eigenheimverkäufen Daten aus dem Sektor an, der zurzeit keine positiven Wachstumsbeiträge liefert. Darauf hatten die rückläufigen Baubeginne und -genehmigungen bereits hingewiesen. Die Vorgaben für die heute anstehenden Veröffentlichungen sind leicht negativ. So sank die Zahl der schwebenden Hausverkäufe ein weiteres Mal und setzte den abwärts gerichteten Trend seit dem Jahr 2017 fort. Auch die Zahl der Eigenheimverkäufe hat den positiven Trend verlassen. Ein nochmaliges Minus sollte vor diesem Hintergrund nicht überraschen. Die in Sachen Zinserhöhungen eher zurückhaltenden Fed-Vertreter werden sich damit wohl in ihrer Meinung bestärkt sehen.

 

Bund-Future

Der Future hat sich erneut gefestigt, was mit dem Anstieg der Risikoaversion zu begründen ist. Die schwachen Aktienmärkte und die Verluste am italienischen Rentenmarkt haben das Kaufinteresse geweckt. Wie zu erwarten war, warf die EU-Kommission Italien einen besonders ernsthaften Verstoß gegen den Stabilitätspakt vor. Zehnjährige BTPs stiegen im Hoch auf 370 Bp. Das technische Bild des Futures hat sich aufgehellt, denn es konnten wichtigen Widerstände überwunden werden. Zu nennen sind die 55-Tagelinie bei 159,48 und folgend das Hoch vom 2. Oktober bei 159,78 sowie das 61,8 %-Retracement bei 159,80. Damit scheint der Weg frei bis 160,98.

 

EUR-USD

Der Euro stand gegenüber dem US-Dollar unter Druck, denn die Zinserwartungen in den USA haben sich zuletzt gefestigt. Ausschlaggebend war dabei das „hawkish“ aufgenommene FOMC-Sitzungsprotokoll. Zudem konnten die US-Daten gestern überzeugen und Sorgen um Italien haben wieder zugenommen. Heute allerdings rechnen wir nicht mit einer weiteren Forcierung der Zinsspekulationen. Das technische Umfeld hat sich derweil eingetrübt, denn der MACD sinkt unterhalb seiner Signallinie, nachdem er daran gescheitert ist, ein Kaufsignal zu generieren. Vor diesem Hintergrund ist ein Test des Impulstiefs bei 1,1429 nicht auszuschließen. Darunter wäre der Weg frei bis in den Bereich um 1,13.

   

Ihr Helaba-Research-Team

 

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