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Volkswirtschaft und Research | 19.10.2018

Tagesausblick Aktien

Unsere tägliche Einschätzung zu relevanten Wirtschaftsdaten sowie den Aktienmärkten.


DAX fundamental und technisch unter Druck

US-Immobilienmarkt schwächelt

 

Der deutsche Leitindex hat sich am Donnerstag abgeschwächt. Er schloss bei 11.589 Zählern und damit 1,1 % tiefer als am Vortag. Die Kaufbereitschaft litt unter der Veröffentlichung von Quartalszahlen. Zu nennen sind insbesondere die Gewinnwarnung des Baustoff-Herstellers HeidelbergCement und das vom Markt enttäuschend gewertete Q3-Betriebsergebnis des Softwareherstellers SAP. Die Anteilsscheine sanken auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren (-5,9 %). Die Papiere von HeidelbergCement gaben 8,6 % nach. Auf der Gewinnerseite im DAX waren die Aktien von Linde zu finden, da die US-Wettbewerbsbehörde die Fusion mit dem US-Rivalen Praxair zugestimmt hat. Der Gashersteller schloss 2,8 % im Plus. Das Thema „Brexit“ spielt an den Märkten ebenfalls eine Rolle. Hier sorgten Gespräche über eine mögliche Verlängerung der Übergangsphase nach dem EU-Austritt für etwas Entspannung. Demgegenüber haben die Sorgen um Italiens Staatsfinanzen deutlich zugenommen, nachdem die EU-Kommission Italien einen besonders ernsthaften Verstoß gegen den Stabilitätspakt vorgeworfen hat. Italienische Renditen sind deutlich gestiegen und somit auch die Renditeaufschläge gegenüber Bundesanleihen. Damit bleibt das Umfeld schwierig und das Schlagzeilenrisiko ist weiterhin hoch. 

 

Charttechnik

Der DAX hat sich nach anfänglichen Gewinnen abgeschwächt. Damit ist er erneut daran gescheitert, das 38,2 %-Retracement des Abwärtsimpulses von 12.458 bis 11.459 bei 11.840 Punkten zu überwinden. Bei 11.884 verläuft die Widerstandslinie der kurzfristigen Abwärtsbewegung. Solange die genannten Marken nicht überschritten werden, bleiben die technischen Perspektiven getrübt. Für Aufmerksamkeit sorgt das ehemalige Jahrestief, das im März bei 11.726 markiert wurde. Der DAX hat gestern darunter geschlossen, sodass Chancen auf einen Test der Widerstände 11.840/47 und 11.884 deutlich nachgelassen haben. Die quantitativen Indikatoren lassen hingegen wenig Optimismus aufkommen. Zwar hat der Stochastic ein Kaufsignal generiert, der MACD ist aber weit davon entfernt und das Kursmomentum negativ. Zudem ist das Abwärtsszenario im Wochenchart intakt. Sollte der DAX das jüngste Tief bei 11.458 Punkten unterschreiten, stünde einem Test des zyklischen Hochs von Ende 2015 bei 11.430 nichts mehr im Wege. Darunter würde sich das Abwärtspotenzial bis 10.800 deutlich ausweiten.

 

Ihr Helaba-Research-Team

 

Disclaimer:

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