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Volkswirtschaft und Research | 26.05.2017

Equity Daily

Unsere tägliche Einschätzung des Aktienmarktes.


In den USA rückt die nächste Leitzinserhöhung näher. Zahlreiche Fed-Vertreter haben einen Schritt im Juni angedeutet. Laut FOMC-Protokoll hat die Mehrheit davon gesprochen, dass ein Schritt „ziemlich bald“ angemessen sei. Vor diesem Hintergrund ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass am 14. Juni das Leitzinsband um weitere 25 Bp. auf dann 1,00-1,25 % erhöht wird. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass die zuletzt veröffentlichten Konjunkturzahlen teilweise enttäuscht haben, wie beispielsweise die Stimmungsumfragen der regionalen Notenbanken von New York und Richmond. Dies lässt darauf schließen, dass sich der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes von seinem Vormonatsrückgang kaum erholen wird. Das Niveau ist aber weiterhin hoch, sodass Hoffnungen auf eine Beschleunigung der konjunkturellen Dynamik berechtigt sind – auch vor dem Hintergrund, dass der ISM-Serviceindex zuletzt deutlich zulegen konnte. In den ersten drei Monaten des Jahres fiel das Wachstum mit einer annualisierten Quartalsrate von 0,7 % enttäuschend aus. Leicht verbesserte Konsumzahlen lassen aber auf eine kleine Aufwärtskorrektur schließen. Zudem lassen der fortgesetzte Stellenaufbau und der allmähliche Lohnanstieg darauf schließen, dass die im ersten Quartal zu beobachtende Konsumschwäche nicht dauerhaft ist.   …mehr im "Fixed Income Daily"

Aktienmarkt: Am Eindruck, dass sich der DAX derzeit eher lustlos innerhalb einer Konsolidierung bewegt, hat sich nichts geändert. Weiterhin haben die kurzfristigen Range-Begrenzungen bei 12.560/12.700 Zählern Bestand. Zuletzt besser als erwartet ausgefallene deutsche Konjunkturdaten lösten lediglich temporäre Kursimpulse aus. Dies spricht für die Annahme, dass bereits sehr viel an positiver Erwartung auf dem aktuellen Kursniveau eskomptiert ist. Relativ geringe Volatilitäten vermitteln zudem den Eindruck, dass eine gewisse Sorglosigkeit unter den Marktteilnehmern herrscht. Insofern sind aktuell die Risiken für einen Rücksetzer der Aktienmärkte etwas höher als die Chancen zu gewichten.

Heute wird der DAX wohl mit leichten Kursverlusten in den Handel starten.

Charttechnik: Zuletzt haben wir an dieser Stelle mehrfach das Chartbild des DAX auf Monatsbasis beleuchtet. Dies wollen wir heute erneut tun, da noch immer die Gefahr vorhanden ist, dass der Index an der markanten Widerstandsmarke von 12.792 Zählern (Begrenzung der Regressionsprojektion = überkaufter Bereich) scheitert. Der sich abzeichnende lange Docht an der Monatskerze sowie der zuvor ausgebildete, sogenannte „hanging man“ ergeben bereits eine Konstellation, die recht deutlich auf die abnehmende Bewegungsdynamik hindeutet. Sollte der DAX in der letzten Handelswoche Kursverluste in der Größenordnung von rund 150 Zählern verbuchen, würde ein „gravestone doji“ entstehen. Wie der Name vermuten lässt, wäre eine obere Wendeformation wahrscheinlich. Kommt es zu einer solchen, hätte der DAX im Sinne einer „mean reversion“ Raum für einen Rücksetzer bis zum massiven Unterstützungsbereich von 11.639/11.560 Zählern. Dort verlaufen vielbeachtete Strukturmarken. Bei letztgenannter handelt es sich um die „lower median Line“ der Andrew’s Pitchfork.  

 

Ihr Helaba Floor Research

  

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Die Publikationen sind mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthalten jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in diesen Publikationen getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.