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Rentenkommentar Handel | 11.09.2017

Marktkommentar Renten

 

 

Guten Morgen!

Trading Range:

162.36-163.87

Tendenz

knapp behauptet

 

Zum Wochenschluss wurden die Aussagen des EZB- Präsidenten Mario Draghi nochmals unter die Lupe genommen. Allerdings blieben sie auch bei genauerem Hinsehen gehaltlos, vor dem 26. Oktober wird es kaum Aufschluss über den weiteren gelpolitischen Kurs geben. Unklar bleibt, wie stark sich der starke Euro auf die konjunkturelle Entwicklung auswirkt. Die Gemeinschaftswährung hielt sich auch am Tag nach der Sitzung hartnäckig über der Marke von 1.20 Dollar.

Zum Wochenstart herrscht an den internationalen Finanzmärkten Aufbruchsstimmung. Zwar sind die Auswirkungen und Zerstörungen von Wirbelsturm „Irma“ immens, aber zumindest aus Nordkorea kamen über das Wochenende keine neuen Hiobsbotschaften. Nach verhaltendem Handel am Ende der vergangenen Woche glänzen die asiatischen Aktienbörsen heute Morgen mit kräftigen Kursgewinnen. Den Rentenmärkten sollt das die Auftriebskräfte nehmen.

 

Bundesanleihen hatten am Freitag nach freundlichem Start mit einsetzenden Gewinnmitnahmen kontinuierlich verloren und schlossen nahezu unverändert. Ultralange Laufzeiten standen mit nachlassender Umsatztätigkeit stärker unter Druck. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln weitete sich auf 80 BP aus.10-jähriger Bonds aus Frankreich (0.61 %) und Belgien (0.62 %) hielten ihren Abstand zu Bunds.

 

Auch an den Bondmärkten der EU- Peripherie wurden zum Wochenschluss Gewinne mitgenommen. Gerüchte, wonach bei der Sitzung am Vortag vier Ausstiegsszenarien aus den Kaufprogrammen diskutiert wurden, vermieste die Laune. Favorisiert werden zwei Vorgehensweisen, wonach die Beträge auf 40 Mrd. Euro pro Monat reduziert und das Programm um 6 Monate bzw. 20 Mrd. Euro und 9 Monate verlängert wird. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer (1.52 %), italienischer (1.95 %) und portugiesischer Bonds (2.75 %) weitete sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 5, 4 bzw. 5 BP aus.

 

Am US- Bondmarkt gab es zum Wochenschluss nur wenig Bewegung. In Fernost tendieren US-Treasuries dagegen mit zunehmender Risikobereitschaft an den Aktienbörsen sehr schwach. In China sind die Verbraucherpreise im August (1.8 %) stärker als erwartet gestiegen. Die japanischen Maschinenaufträge lagen im Juli (8 %/-7.5 %) über den Prognosen.

 

Bund- (163.06) und Bobl- Kontrakt (131.85) verloren jeweils 7 Stellen, der Schatz (112.245) ging 2 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe verharrte bei 0.31 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 107 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 5 BP höher bei 2.09 %. Der Euro verbilligt sich auf 1.201 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 47.9 Dollar.

 

Die doch recht dünne Datenlage gibt in dieser Woche kaum Anhaltspunkte für die Märkte. Allerdings bergen Verzerrungen wegen des Hurrikans „Harvey“ Überraschungspotential. Das gilt besonders für Inflationszahlen der Vereinigten Staaten, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Daneben stehen Erzeugerpreise, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Einzelhandelsumsätze, Produktionszahlen sowie ein erstes Stimmungsbarometer für September im verarbeitenden Gewerbe des Distriktes New York auf der Agenda.

Zum Auftakt liefert die italienische Industrieproduktion (0 %) einen weiteren Mosaikstein für die Vergleichszahl der Eurozone (0 %) zur Wochenmitte. Preis- und Arbeitsmarktdaten aus Großbritannien runden den Datenkranz ab. Am Donnerstag tagt die Bank von England, Entscheidungen sind nicht zu erwarten.

 

Am Primärmarkt stocken die Niederlande am Dienstag eine 10-jährige DSL um bis zu 3 Mrd. Euro auf. Die Finanzagentur des Bundes begibt zur Wochenmitte10-jährige Titeln im Volumen von 3 Mrd. Euro. Außerdem planen Italien und Irland Kapitalmarktauftritte. Das amerikanische Schatzamt versteigert 3-, 10- und 30-jährige Anleihen. Großbritannien ist mit 10-jährigen Gilts im Volumen von 2.5 Mrd. GBP am Start.

 

Technik:

 

Dem Bund-Future ging nach freundlichem Start und einemneuen Kontrakthoch bei 163.43 die Luft aus. Er schloss (163.06) 7 Stellen unter Vortagsniveau. Auf Wochensicht summieren sich die Gewinne auf 107 Ticks. Im Tageschart ist der kurzfristige Aufwärtstrend intakt,  die Indikatoren können die Kursentwicklung nicht widerspiegeln und bilden negative Divergenzen aus. Auf Wochenbasis drehen die Indikatoren mit dem Kontraktwechsels nach Süden. Die Unterstützung im Bereich 0.30 % für 10-jährige Bundesanleihen stellt die erwartet schwere Hürde da.

Unterstützungen liegen bei 162.82 (Tief v. 08.09.), 162.49/42 (Trendkanal/Hoch v. 30.08.), 162.22 (Tief v. 07.09.), 161.96 (Tief v. 05.09.), 161.66 (Tief v. 01.09.), 161.22 (Tief v. 21.08.) und 161.18 (38.2 %- Retracement von 157.55 bis 163.43).

Widerstände sehen wir bei 163.24 (Hoch v. 07.09.), 163.43 (Tief v. 08.09.), 163.98 (Trendlinie), 164.00 (Tief v. 18.08.cont.), 164.51 (Trendkanal) und 164.22 (Tief v. 23.08. cont.).

 

Unterstützungen162.82162.49162.22
Widerstände163.24163.43

163.98

Der nächste Marktkommentar wird in der ersten Oktoberwoche veröffentlicht!

 

Thomas Weidmann
Tel.: 069/9132 1800


Disclaimer
Die Publikationen sind mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthalten jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in diesen Publikationen getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.