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Rentenkommentar Handel | 12.12.2017

Marktkommentar Renten

 

 

Guten Morgen!

Trading Range:

163.01-163.92

Tendenz

 uneinheitlich

 

An den internationalen Finanzmärkten herrschte zum Wochenstart vorweihnachtliche Ruhe. Die Explosion in Manhattan sorgte nur kurz für Nervosität. Ohne fundamentale Impulse warten Anleger aber nicht aufs Christkind, sondern auf die US- Notenbankchefin Janet Yellen. Es gilt als sicher, dass die US- Notenbank am Mittwoch erneut die Zinsen erhöhen wird. Viel wichtiger ist aber die Frage, wie es danach weiter geht. Eine allmählich steigende Inflation vorausgesetzt muss im kommenden Jahr mit drei bis vier weiteren Zinsschritten gerechnet werden.

 

Ungeachtet einer doch recht stabilen Verfassung der Aktienbörsen blieben auch festverzinsliche Anlagen gut unterstützt. Langlaufende Bundesanleihen bauten die Kursgewinne vom Wochenschluss weiter aus, ließen aber jede Dynamik vermissen. Der richtungsweisende Bund- Future markierte zwar ein neues Kontrakthoch, Anschlusskäufe blieben dann jedoch aus. Kurze und mittlere Laufzeiten litten unter moderaten Gewinnmitnahmen. In der Kasse fanden nur vereinzelt Umsätze statt, die Zentralbank agierte im Rahmen ihres Ankaufmandats. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln ermäßigte sich auf 82 BP. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.62 %) und Belgien (0.49 %) verloren auf Bunds knapp einen BP.

Anleihen der EU- Peripherie konnten nicht an die gute Performance der Vortage anknüpfen. Politische Unwägbarkeiten mögen in den Mittelmeerstaaten zur Zurückhaltung führen. In Spanien drückt die anstehende Versteigerung im Volumen von 3-4 Mrd. Euro. Portugiesen setzen ihre überdurchschnittliche Entwicklung in Erwartung positiver Rating-Nachrichten fort. Der Risikoaufschlag  10-jähriger italienischer (1.64 %), spanischer (1.40 %) und portugiesischer Bonds (1.76 %) weitete sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2.5, 2.5 bzw. einen BP aus.

 

Am US- Bondmarkt haben sich die Renditen nur wenig bewegt. Die Auktionen 3- und 10-jähriger Notes verliefen geräuschlos. Kurze Laufzeiten gerieten vor dem Zinsentscheid unter moderaten Abgabedruck. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries verringerte sich auf  62 BP. In Fernost tendieren  US- Treasuries angesichts nachgebender Aktiennotierungen gut behauptet.

 

Der Bund- Kontrakt (163.51) legte 7 Stellen zu, Bobl (131.52) und Schatz (112.155) gingen 4 bzw. 2 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.30 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 103 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren unverändert bei 2.38 %. Der Euro handelt um 1.177 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 58.5 Dollar.

 

Heute richtet sich das Augenmerk auf die ZEW- Umfrage. Glaubt man den Prognosen, sollten sich Lagebeurteilung (88.7) und Erwartungshaltung (18.0) im Dezember nur unwesentlich gegenüber den Vormonatswerten abgeschwächt haben. Aus Großbritannien erwarten wir die Verbraucherpreise (0.2 %/3 %), Einzelhandels- (0.3 %/4 %) und Erzeugerpreise (0.3 %/3 %) für November, die jedoch nichts an der abwartenden Haltung der BoE am Donnerstag ändern werden.

Gespannt warten die Marktteilnehmer auf die Sitzung der US- Notenbank. Die US- Erzeugerpreise  (0.3 %/2.9 %; Kernrate 0.2 %/2.4 %) dürften einen leicht zunehmenden Inflationsdruck signalisieren und eine weiteren Zinsschritt der Fed nicht in Frage stellen. Wichtige ist in diesem Zusammenhang ohnehin die Frage, wie der weitere geldpolitische Kurs im Jahr 2018 aussieht und wie viele Zinsschritte einzuplanen sind.

 

Am Primärmarkt stockt die Finanzagentur des Bundes 2-jährige Schatzanweisungen um 3 Mrd. Euro auf. Spanien ist in der zweiten Wochenhälfte mit SPGBs der Laufzeiten 01/2021, 10/2027 und 07/2032  im Volumen von 3-4 Mrd. Euro am Zug. Das amerikanische Schatzamt versteigert heute 12 Mrd. USD 30-jähriger Bonds.

 

Technik:

 

Der Bund-Future markierte ein neues Kontrakthoch bei 163.78 und schloss (163.51) 7 Stellen über Vortagsniveau.  Das technische Bild im Tageschart ist konstruktiv, der fehlende Schwung mahnt jedoch zu Vorsicht. Auf Wochenbasis bleibt die Lage unübersichtlich.

Widerstände sehen wir bei 163.67 (Hoch v. 01./07.12.), 163.78 (Hoch v. 11.12.), 163.92 (Hoch v. 01.12. cont.), 164.36 (Tief v. 25.08.cont.), 164.75 (Trend), 164.84 (Tief v. 05.09.cont.) und 165.18 (Tief v. 07.09./Gap).

Unterstützungen liegen bei  163.37 (Tief v. 11.12.), 163.22 (Tief v. 06./07.12.),163.17 (Tief v. 08.12.), 163.01 (Hoch v. 28.11.), 162.79 (Tief v. 05.12.), 162.57 (Hoch v.30.11.), 162.44 (Trend), 162.07 (Tief v. 29.11.) und 161.93 (Tief v. 30.11.).

 

Unterstützungen163.37163.17163.01
Widerstände163.67163.78

163.92

 

 

Thomas Weidmann
Tel.: 069/9132 1800


Disclaimer
Die Publikationen sind mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthalten jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in diesen Publikationen getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.