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Rentenkommentar Handel | 28.07.2017

Marktkommentar Renten

 

 

Guten Morgen!

Trading Range:

161.56-162.67

Tendenz

weiter erholt

 

Die Entwicklung von Geldmenge (5 %) und Kreditvergabe an den privaten Sektor (3.1 %) in der Eurozone lieferte nur wenig Ansatzpunkte für Marktbewegung. Zu sehr waren Investoren damit beschäftigt, im Kommuniqué der US- Notenbank Hinweise  für den weiteren geldpolitischen Kurses zu finden. Schnell war klar, dass der immer stärkere Euro Aktienhändlern gar nicht schmeckt. Die Bewegung an den Bondmärkten erfordert dagegen eine genauere Analyse. Relativ klar werden die nächsten Schritte skizziert: Man werde relativ bald den Startschuss zur Bilanzreduzierung geben und signalisiert noch eine weitere Zinserhöhung vor dem Jahresende. Glauben mag dies im Markt nur eine Minderheit, wird doch einem nächsten Zinsschritt weniger als 50 % Wahrscheinlichkeit eingeräumt.

 

Erleichtert zeigten sich die Anleger an den Bondmärkten über die Aussicht auf eine zunächst noch unverändert lockere Geldpolitik. Bundesanleihen setzten ihren Erholungskurs fort, im Verlauf blieben jedoch Anschlusskäufe aus.  Das Interesse konzentrierte sich überwiegend auf mittlere Laufzeiten. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln wächst auf 78 BP. Die Renditedifferenz 10-jähriger Bonds aus Frankreich (0.80 %) gegen vergleichbare Titel Belgiens (0.81 %) verringert sich um einen BP.

Bonds der EU- Peripherie waren mit Ausnahme portugiesischer Papiere gut gesucht. Trotz der heute anstehenden Auktion 5-jähriger Titel  in Italien standen auch hier mittlere Laufzeiten auf den Einkaufszetteln ganz oben.  Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (2.08 %) und spanischer Bonds (1.475 %)  ermäßigte sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um bis zu 1.5 BP. Portugiesische Staatsanleihen           (2.93 %/+3 BP) sind derzeit nicht erste Wahl.

Am US- Bondmarkt sind die Renditen infolge einer besseren Auftragslage (6.5 %) leicht gestiegen.  Ohne den volatilen Transportsektor betrug das Plus für langlebige Wirtschaftsgüter jedoch nur 0.2 %.  Der Dow-Jones-Index markierte ein neues Rekordhoch, der Technologiesektor litt dagegen unter Gewinnmitnahm Die Auktion 7- jähriger US-Notes verlief bei einem 2.54fachen Nachfrageüberhang und indirekten Geboten von 67.7 Prozent unterdurchschnittlich und konnte nicht an den Erfolg der Platzierung 5-jähriger vom Vortag anknüpfen. In Fernost tendieren US- Treasuries angesichts nachgebender Aktiennotierungen gut behauptet. Der Rückgang der Arbeitslosenquote in Japan im Juni auf 2.8 % fand wie die stagnierenden Verbraucherpreise (0.4 %) keine Beachtung.

 

Bund- (162.14) und Bobl- Kontrakt (132.09) legten 18 bzw. 15 Stellen zu, der Schatz (112.05) ging unverändert aus dem Markt.  Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.54 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen verringerte sich auf 120 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren 2 BP höher bei 2.30 %. Der Euro verbilligt sich auf 1.169 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steigt auf 48.9 Dollar.

 

Zum Wochenschluss ist der Datenkalender nochmals prall gefüllt. Im Mittelpunkt der Interesses stehen vorläufige Wachstumszahlen für das 2. Quartal aus Frankreich (0.5 %/1.6 %) und den Vereinigten Staaten (2.5 %; privater Konsum 2.9 %; PCE-Kernrate 0.7 %). Eingerahmt werden die Zahlen von Verbraucherpreisen aus den Bundesländern, die für Gesamtdeutschland (0.2 %/1.6 %) eine Stagnation im Juli erwarten lassen. Wirtschaftsvertrauen (110.8 nach 111.1) und Industrievertrauen (4.3 nach 4.5) im Euroraum, der US- Arbeitskostenindex im 2.Quartal (0.6 %) sowie der endgültige Michigan-Sentiment-Index (93.2) komplettieren den Datenkranz.

 

Am Primärmarkt  versteigert Italien heute neue 5-jährige BTPs im Volumen von 3.5-4 Mrd. und stockt 10-jährige BTPs sowie CCTeu 10/2024 um 1.75-2.25 Mrd. bzw. 1-1.5 Mrd. Euro auf.

 

Technik:

 

Der Bund-Future setzte seine Erholung fort, verlor im Verlauf aber an Schwung und schloss (162.14) 18 Stellen über Vortagsniveau. Die Indikatoren im Tageschart scheinen sich zu stabilisieren, klare Signale stehen jedoch aus. Im Wochenchart kann sich die Rückkehr in den Aufwärtstrend bestätigen.

Widerstände sehen wir bei 162.26 (Tief v. 24.07.), 162.37 (Trendkanal), 162.50/56 (Hoch v. 27./21.07.), 162.67 (Hoch v. 24.07.), 162.88 (50 %- Retracement von 165.44 bis 160.31), 163.31 (Hoch v. 29.06.) und 163.48 (61.8 %).

Unterstützungen liegen bei 161.95 (Tief v. 27.07.), 161.64 (Tief v. 27.07.), 161.56 (Tief v. 25.07.), 161.24 (Tief v. 18.07.), 161.06 (Tief v.14./ 17.07.), 160.83 (Tief v. 12.07.), 160.48 (Tief v. 10.07.) und 160.31 (Tief v. 07.07.).

 

Unterstützungen161.95161.64161.56
Widerstände162.26162.56

162.67

 

Thomas Weidmann
Tel.: 069/9132 1800


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