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Rentenkommentar Handel | 20.10.2017

Marktkommentar Renten

 

 

Guten Morgen!

Trading Range:

161.57-162.78

Tendenz

knapp behauptet

 

 

Der katalonische Ministerpräsident Puigdemont ließ das Ultimatum der Zentralregierung zum Verzicht auf eine Unabhängigkeitserklärung ungenutzt verstreichen und dreht den Spieß um. Sollte Madrid am Wochenende Artikel 155 der Verfassung auslösen und die Region unter Zwangsverwaltung stellen, werde Katalonien die Unabhängigkeit ausrufen. Katalanische Separatisten haben die Bürger aufgerufen, heute zwischen acht und neun Uhr massiv Geld von Konten spanischer Banken abzuheben um so gegen die Inhaftierung der Präsidenten ihrer Organisationen und Firmenflucht zu protestieren.

30-Jahre nach dem als „schwarzen Montag“ benannten Börsencrash entschieden sich Anleger, einen Teil der jüngsten Kursgewinne an den Aktienbörsen mitzunehmen. Die EZB- Sitzung in der kommenden Woche, bei der über eine Reduzierung der Anleihekäufe entschieden werden soll, liefert neben der Krise in Spanien einen weiteren Grund, Vorsicht walten zu lassen und Sicherheitsaspekte wieder in den Vordergrund zu rücken.

Bundesanleihen präsentierten sich bei nervösem Geschäft gut unterstützt. Die Umsätze hielten sich in überschaubarem Rahmen, die Musik spielte am Primärmarkt.  Obwohl die Nachfrage überdurchschnittlich ausfiel, lag der Emissionserlös Frankreichs für 4-, 6- und 7-jährigen Staatsanleihen mit 7 Mrd. Euro am unteren Rand des Korridors. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln verharrte bei 85 BP. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0.81 %) und Belgien (0.66 %) verteidigten ihren Abstand zu Bunds.

An den Bondmärkten der EU- Peripherie hielten sich die Anleger aus Sorge über eine Eskalation der Katalonien-Krise bedeckt. Spanien musste bei der Versteigerung von insgesamt 4.525 Mrd. Euro  4-, 8-, 10- und 29-jähriger Staatspapiere deutliche Zugeständnisse machen, der Emissionsbetrag lag am unteren Ende der anvisierten Spanne. Im Verlauf konnten mit zunehmender Hoffnung auf eine wenig dramatische Lösung die Verluste eingegrenzt werden. Der Risikoaufschlag 10-jähriger spanischer Bonds      (1.62 %) weitete sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2 BP aus, italienische (2.02 %)  und portugiesische Anleihen (2.28 %) holten gegen Bunds 1 bzw. 4 BP auf.

Am US- Bondmarkt sind die Renditen mit nachlassender Risikoneigung gesunken. Der überraschend hohe Philadelphia-Fed-Index (27.9 nach 23.8) sowie Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (222K)  lieferten kaum Impulse. Insidern zufolge zeichnet sich ab, dass Fed- Direktor Jerome Powell die Favoritenrolle bei der Nachfolge von Janet Yellen übernommen hat. In Fernost handeln US- Treasuries ohne klare Vorgaben von der Aktienseite deutlich schwächer.  

Der Bund- Kontrakt (162.12) verlor 10 Stellen, Bobl (131.51) und Schatz (112.22) gingen 2 Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 0.40 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 113 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren einen BP höher bei 2.35%. Der Euro klettert auf 1.181 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 51.5 Dollar.

 

Zum Wochenschluss herrscht im Datenkalender gähnende Leere. Die Zahl der wiederverkauften Eigenheime in den Vereinigten Staaten (5.3 Mio./-0.9 %) im September steht einem ruhigen Wochenausklang nicht im Weg.

 

Am Primärmarkt sind heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant. Hessen stockte eine im Januar 2027 fällige Anleihe um 250 Mio. Euro bei Midswap -18 BP auf.

Bank of Montreal emittierte einen kanadischen Covered Bond mit einer Laufzeit bis 26.1.2023 im Volumen von 1.5 Mrd. Euro bei Midswap -4 BP. Das Land NRW begab eine 40-jährige Landesschatzanweisung im Volumen von 1 Mio. Euro bei Midswap +21 BP.

 

Technik:

 

Der Bund-Future zeigte sich gut unterstützt, geriet am Ende jedoch unter Druck und schloss bei (162.12) 10 Stellen unter Vortagsniveau. Die Indikatoren im Tageschart zeigen Ermüdungserscheinungen, die Gefahr eines Doppel-Tops im Bereich 162.77/78 bleibt bestehen. Auf Wochenbasis bleibt der Ausblick über der Trendlinie bei 161.79 noch konstruktiv.

Unterstützungen liegen bei 162.04 (Tief v. 19.10),  161.90 (Tief v. 16.10), 161.79 (Wochentrend), 161.57 (Hoch v. 12.10.), 161.40 (Hoch v. 11.10.), 161.16 (Tief v. 12.10.), 161.07 (Tief v. 09.10.) und 160.97 (Trend).

Widerstände sehen wir bei 162.35 (Tief v.17.10.), 162.56 (Hoch v. 19.10.),  162.77/78 (Hoch v. 18./16.10), 162.89 (Hoch v. 11.09.), 163.24 (Hoch v. 07.09.) und 163.43 (Hoch v. 08.09.).

 

Unterstützungen162.04161.79161.57
Widerstände162.35162.56

162.78

 

Thomas Weidmann
Tel.: 069/9132 1800


Disclaimer
Die Publikationen sind mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthalten jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in diesen Publikationen getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.