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Rentenkommentar Handel | 16.08.2018

Marktkommentar Renten

 

 

Guten Morgen!

 

Trading Range:

162.69-164.10

Tendenz

freundlich

 

Zur Wochenmitte schalteten die Akteure an den internationalen Finanzmärkten einen Gang zurück. Schuld daran war neben fehlenden Impulsen von konjunktureller Seite sicherlich auch der Feiertag in weiten Teilen Europas. Preisdaten aus Großbritannien hielten keine Überraschungen parat und bestätigten den kontinuierlichen Anstieg der Inflation im Juli auf jetzt 2.5 % gegenüber dem Vorjahr.

Mit Handelsstart in Übersee ließ aber die Risikobereitschaft auch schon wieder nach. Im Streit um die Inhaftierung eines amerikanischen Pastos schlagen Türken und Amerikaner mit der Zollkeule aufeinander ein. Zudem zeichnet sich auch im Zollstreit mit China trotz der Ankündigung aus Peking, Ende August eine Delegation zu Gesprächen nach Washington zu schicken,  keine Einigung ab. Aufgrund zunehmender Handelsbeschränkungen und Sanktionen ziehen sich Investoren weiter aus risikobehafteten Anlageklassen zurück. Der Zustrom neuer Gelder in qualitativ hochwertige Anleihen hält sich aber angesichts sehr niedriger Renditen in Grenzen.

 

Bundesanleihen setzten ihren Aufschwung fort. Der richtungsweisende Bund- Future markierte ein neues Impulshoch, die Rendite- Barriere von 0.30 % für die 10-jährige Bundesanleihe hielt dem Ansturm aber erneut stand. Die Umsätze an der Terminbörse zogen leicht an, in der Kasse überwogen Abgaben.  Der Zinsabstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 67 BP aus. 10-jährige Bonds aus Belgien (0.69 %) und Frankreich (0.66 %) verloren 2 BP gegen Bunds.

 

Anleihen der EU- Peripherie werden dagegen weiter gemieden. Nach lustlosem Handel  mit dünnen Umsätzen führten erneut BTPs die Verliererlisten an. In Abwesenheit heimischer Investoren fehlte beim Abverkauf jede Gegenwehr. Staatsanleihen von der iberischen Halbinsel konnten sich dem Druck nicht gänzlich entziehen. Der Risikoabstand 10-jähriger spanischer (1.44 %), portugiesischer (1.83 %)  und  italienischer Bonds (3.04 %) weitete sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 2, 2 bzw. 12 BP aus.   

Am US- Bondmarkt sind die Renditen trotz sehr erfreulicher Einzelhandelsumsätze (0.5 %; ex Auto     0.6 %) und bester Stimmung bei der Industrie im Distrikt New York (Empire-State-Index 25.6 nach 22.6)  geringfügig gesunken. Die guten Konjunkturdaten konnten den Zulauf in den sicheren Hafen der Staatsanleihen nicht stoppen. Die Industrieproduktion stieg zwar nur um 0.1 %, der Vormonat fiel aber mit einem Anstieg von  1 % deutlich höher als ursprünglich angenommen aus. Zinserwartungen müssen nach den Zahlen trotz eines Rückgangs der Lohnstückkosten im 2. Quartal um 0.9 % (nach +3.4 %) nicht angepasst werden. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries verringerte sich auf 29  BP. Die asiatischen Aktienbörsen stehen unverändert unter dem Eindruck des Handelskonfliktes Chinas mit den USA sowie der Türkei-Krise, können sich aber den Abschwung verlangsamen. US- Treasuries tendieren in Fernost etwas leichter. Die Exporte Japans haben im Juli mit einem Anstieg von „nur“ 3.9 % enttäuscht.  Katar springt der Türkei zur Seite und sagt Direktinvestitionen von 15 Mrd. USD zu.

 

Der Bund- Kontrakt (163.56) legte 35 Stellen zu, Bobl (132.48) und Schatz (112.06) gingen 12 bzw. 2 ½  Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.30 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 95 BP. 10-jährige US- Treasuries rentieren unverändert bei  2.88 %. Der Euro erholt sich auf 1.139 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 65.1 Dollar.

 

Zu Beginn der zweiten Wochenhälfte geht der Blick an der Datenfront über den großen Teich. Neben der wöchentlichen US-Arbeitslosenstatistik (215K) steht der Immobilienmarkt im Fokus. Baubeginne (1260K/+7.4 %) und Baugenehmigungen (1310K/+1.4 %) sollten im Juli die Rücksetzer der Vormonate teilweise aufgeholt haben. Der Philadelphia-Fed- Index (22 nach 25.7) liefert wiederum ein weiteres Stimmungsbild über den Zustand des verarbeitenden Gewerbes im laufenden Monat.

In Europa stehen die Einzelhandelsumsätze aus Großbritannien (0.2 %/2.9 %) im Blickpunkt.

 

Am Primärmarkt stehen in dieser Woche keine weiteren Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner auf der Agenda.

 

Technik:

 

Der Bund-Future setzte seinen Aufschwung fort, markierte ein Hoch bei 163.82 und schloss (163.56)    55 Stellen über Vortagsniveau. Das technische Bild  im Tageschart bleibt konstruktiv. Auf Wochensicht wird der langfristige Abwärtstrend getestet.

Widerstände sehen wir bei 163.62/63 (Hoch v.13.08./Wochentrend), 163.82 (Hoch v. 15.08.), 164.10 (Trend) und 164.19 (Hoch v. 29.05.).

Unterstützungen liegen bei 163.35 (Hoch v. 14.08.), 163.10 (Tief v. 15.08.),  162.69/62 (Tief v.10.08./Hoch v. 09.08.), 162.39 (Hoch v.07.08.). 162.22 (Tief v.09.08.) und 162.12 (38.2 %- Fibonacci von 159.37 bis 163.82).

 

Unterstützungen163.35163.10162.62
Widerstände163.63163.82

164.10

 

 

Thomas Weidmann

 

Rentenhandel


Tel.: 069/9132 1800


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