Textgröße verändernTextgröße verändernTextgröße verändern|DruckversionDiese Seite als Bookmark setzen

Rentenkommentar Handel | 18.11.2016

Marktkommentar Renten

Guten Morgen!

Trading Range:

159.14-160.96

Tendenz

 behauptet

 

 

Janet Yellen hat vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongress sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass sie einen Zinsschritt im Dezember für angemessen hält. Die Notenbankchefin verwies auf Risiken, die mit einer zu späten Zinserhöhung verbunden seien. Die Anleger an den Aktienbörsen ließ das kalt, ist doch eine Erhöhung bereits vollständig eingepreist. Der US- Dollar befindet sich dagegen weiter im Steilflug, Mexiko versucht mit Zinserhöhungen dem Absturz des Peso entgegenzuwirken. In den Industrienationen jubeln dagegen die Exporteure, deren Waren jeden Tag an den Weltmärkten billiger werden.

In Großbritannien steigern sich die Konsumenten nach dem Brexit- Referendum jedenfalls in einen wahren Kaufrausch. Die Einzelhandelsumsätze sind im Oktober um +1.9 % gegenüber dem Vormonat gestiegen und legten im Jahresvergleich 7.4 % zu.

 

Mit den guten Daten aus Großbritannien war es um die Korrekturbewegung an den Bondmärkten dann aber auch schon wieder geschehen. Bundesanleihen kamen nach erfreulichem Start die Auftriebskräfte abhanden. Am Ende pendelten die Kurse um die Schlusskurse des Vortages. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährighen Bundestiteln verharrte bei 61 BP.  Der Druck stark steigender Renditen in den USA konnte nicht komplett ignoriert werden. Endanleger aus Asien trennen sich derzeit verstärkt von  langlaufenden Titeln, die Notenbank tummelt sich dagegen im Rahmen ihrer Ankaufprogramme in kurzen und mittleren Fälligkeiten. Der Renditeabstand 10-jähriger Staatsanleihen aus Frankreich (0.74 %) und Belgien (0.66 %) weitete sich gegen Bunds um 2 BP aus. Die Auktion neuer 5-jähriger OATs (€ 3.2 Mrd.) und Aufstockung der im April 2021 fälligen Titel (€1.3 Mrd.) verlief problemlos und spülte den anvisierten Betrag von 5.5 Mrd. Euro in die Staatskasse.

Dagegen meiden Anleger derzeit Anleihen der EU- Peripherie wie der Teufel das Weihwasser. Die hohe Staatsverschuldung, fehlender Reform- und Sparwillen sowie politische Unsicherheiten verschrecken Investoren. Spanien besorgte sich zwar über 3 verschiedene Anleihen insgesamt 3.86 Mrd. Euro an frischen Mitteln,  musste allerdings bei 10-jährigen Titeln eine Rendite von 1.498 % und damit deutlich mehr als noch vor zwei Wochen (1.208 %) akzeptieren. Der Handel war von hoher Nervosität geprägt und wurde in weiten Teilen von Bewegungen des BTP- Futures bestimmt. Der Risikoabstand italienischer (2.09 %), spanischer (1.59 %) und portugiesischer Bonds (3.715 %) weitete sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 8, 7 bzw. 9 BP aus.

 

Die Renditen am US- Bondmarkt haben nach dem Auftritt der Notenbankchefin nochmals deutlich zugelegt. Positive Konjunkturdaten verstärkten den Trend. Während Verbraucherpreise (0.4 %/1.6 %; Kernrate 0.1 %/2.1 %) Inflationserwartungen weiter anheizen,  machen starke Arbeitsmarktdaten, ein robuster Philly-Fed-Index sowie extrem gute Daten aus dem Bausektor eine Zinserhöhung im Dezember immer wahrscheinlicher. In Fernost geben US- Treasuries weiter nach. Die asiatischen Aktienbörsen liefern keine einheitliche Tendenz.

 

Der Bund- Kontrakt (160.52) verlor 4 Stellen, Bobl (130.79) und Schatz (112.035) gingen 4 bzw. 2 Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 0.30 %, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 93 BP aus. 10-jährige      US- Treasuries rentieren 13 BP höher bei 2.33 %. Der Euro verbilligt sich auf 1.06 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 45.2 Dollar.

An der Datenfront stehen mit Ausnahme deutscher Erzeugerpreise (0.2 %/0.9 %) keine marktrelevanten Veröffentlichungen auf der Agenda.

 

Am Primärmarkt sind heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner geplant.

Portugal könnte für viele überraschend am Mittwoch noch einmal PGBs mit Fälligkeit Oktober 2022 und Juli 2026 um bis zu 1 Mrd. Euro aufstocken. Den Reigen eröffnen werden allerdings Belgien mit der Aufstockung von 10-, 15- und 31-jährigen OLOs (1.8 Mrd. Euro) sowie die Slowakei mit Kleinigkeiten in 7-und 10-jährigen Fälligkeiten. Finnland steht auf der Agenda mit der Aufstockung einer 7-jährigen Anleihe um    1 Mrd. Euro, die Finanzagentur mit zusätzlich 3 Mrd. Euro in der 10-jährigen Bundesanleihe. Italien ist in der zweiten Wochenhälfte mit Anleihen und Linkern am Zug. Das amerikanische Schatzamt versteigert 2-, 5- und 7-jährige Notes sowie 2-jährige FRNs. Großbritannien bietet 10-jährige Gilts im Volumen von 2.5 Mrd. GBP an. Das Land Schleswig-Holstein stockte eine im Juli 2018 fällige Anleihe um 300 Mio. Euro bei Midswap -22 BP auf.

 

Technik:

 

Dem Bund-Future gingen nach freundlichem Beginn die Auftriebskräfte abhanden, er schloss (160.52) 4 Stellen unter Vortagsniveau. Der Ausblick im Tageschart bleibt unsicher, vorsichtige Stabilisierungsansätze sind erkennbar. Auch auf Wochensicht deutet sich eine Pause im Abwärtstrend an, entscheidend ist der Langfristtrend bei 158.18.

Unterstützungen liegen bei 160.15 (Tief v. 15.11.), 159.82/77 (Tief v. 16./11.11.), 159.58 (Tief v. 09.05.), 159.14 (Tief v. 14.11.), 158.97 (Trendkanal), 158.70 (Tief v. 12.01. cont.), 158.55 (50 %- Retracement von 148.23 bis 168.86) und 158.18 (Wochentrend).  

Widerstände sehen wir bei 160.63 (Hoch v.15.11.), 160.96 (Hoch v. 17.11.), 161.16 (50 %- Fibonacci von 163.19 bis 159.14),  161.37 (Tief v. 28.10.), 161.54 (Hoch v. 10.11.) und 161.69 (Tief v. 08.11.).

 

Unterstützungen160.15159.77159.14
Widerstände160.63160.96

161.16

 

Thomas Weidmann
Tel.: 069/9132 1800


Disclaimer
Die Publikationen sind mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthalten jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in diesen Publikationen getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.