Erfurt – Gesellschaftspolitische Trends wie die demografische Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und virtuelle soziale Netzwerke stellen die Wirtschaft vor neue Herausforderungen. „Thüringen ist hierfür gut gerüstet: Die traditionell enge Verknüpfung zwischen Hochschulen und zukunftsorientierten Unternehmen ist eine solide Basis für eine innovative und wettbewerbsfähige Industrie im Freistaat“, so Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, bei der Präsentation der Studie in Erfurt. Die industrielle Tradition Thüringens stellt einen Kristallisationspunkt für eine Vielzahl von Unternehmen und Forschungseinrichtungen dar. Entsprechend sind industrielle Cluster entstanden, die zum Teil weit über die Region hinaus strahlen: Elektrotechnik/Optik/Glasgewerbe, Metallerzeugnisse, Maschinenbau, Fahrzeugbau sowie Kunststoff- und Gummiwaren. „Mit diesem Branchenmix ist Thüringen bereits heute in zukunftsorientierten Märkten wie dem Umweltschutz, der alternativen Energieversorgung sowie der Medizintechnik erfolgreich aktiv“, so Traud. Insgesamt ist der Erfolgsfaktor Industrie in Thüringen mit einem Anteil von 22 Prozent an der Bruttowertschöpfung überdurchschnittlich vertreten.
Konjunktur 2011: Vom Boom in die Normalität
Die Thüringer Industrie hat im ersten Halbjahr 2011 noch Rückenwind: Welt- und binnenwirtschaftliche Impulse führen zunächst zu einem sehr dynamischen Wachstum. Der anstehenden konjunkturellen Normalisierung wird sich aber auch Thüringen nicht entziehen können. „Das Wirtschaftswachstum Thüringens 2011 dürfte 3 Prozent betragen. Es liegt damit etwas unter der Rate für Deutschland insgesamt von 3,2 Prozent, da die Nachfrage nach Dienstleistungen durch demografische Faktoren in den neuen Bundesländern gedämpft wird“, so Traud. Die Aussichten für den Arbeitsmarkt sind weiterhin sehr positiv: Die Beschäftigungsschwelle von ca. 1,5 Prozent, ab der Wirtschaftswachstum zu Einstellungen führt, wird in diesem Jahr deutlich überschritten. In einzelnen Landkreisen Thüringens herrscht schon jetzt fast Vollbeschäftigung. Impulsgeber bleibt die Thüringer Industrie, die schon in den letzten Jahren nahezu im Alleingang den wirtschaftlichen Aufholprozess getragen hat.
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