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Marktkommentare aus dem Handel | 16.05.2012

Marktkommentar Renten

Guten Morgen!

Trading Range: 142.89-144.02
Tendenz: behauptet

 

Dank des unerwartet starken Wachstums Deutschlands im ersten Quartal (+0.5 %/1.2 %) könnte die Eurozone einer Rezession entgehen. Allerdings trüben sich die Perspektiven auch hierzulande spürbar ein. So fiel der Saldo der ZEW- Konjunkturerwartungen im Mai deutlich auf 10.8 nach 23.4 im Vormonat. Die Lagebeurteilung ist dagegen nochmals überraschend von 40.7 auf 44.1 Punkte gestiegen. Schlecht sieht es dagegen in Italien aus, wo das Bruttoinlandsprodukt um 0.8 % einbrach.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen legten nach den kräftigen Kursanstiegen der vergangenen Wochen zunächst eine Verschnaufpause ein. Mit der Ruhe war es jedoch vorbei als bekannt wurde, dass in Griechenland die Regierungsbildung gescheitert ist und alles auf Neuwahlen am 17.Juni hinausläuft. Den daraus resultierenden Einbruch an den Aktienbörsen quittierten Bundesanleihen mit Kursgewinnen, die das Vortagshoch jedoch nicht ganz erreichten. 

Bonds der EU- Peripherie präsentierten sich nach anfänglichen Erholungsversuchen erneut in schwacher Verfassung.  Die Risikoprämien 10-jähriger italienischer (5.84 %), spanischer (6.30 %) und portugiesischer Staatsanleihen (10.87 %) weiteten sich um 16, 12 und 29 aus. Griechische Titel       (27.84 %/+150 BP) setzten ihren Renditeanstieg ungebremst fort. Staatspapiere aus Frankreich (2.88 %) und Belgien (3.24 %) rentierten 7 bzw. 4 BP höher als vergleichbare deutsche Bonds.

Unglaublich aber wahr! Trotz leerer Kassen hat Griechenland einen fälligen Floater nach ausländischem Recht voll zurückgezahlt. Die Beteiligung am Schuldenschnitt war für Gläubiger dieser Anleihen freiwillig, Anleger, die sich nicht beteiligt hatten,  lachen sich jetzt ins Fäustchen.

Auch  

US- Bonds zeigten sich infolge schwacher Aktienbörsen gut behauptet und tendieren heute in Fernost etwas fester.

 

Bund- (143.42) und Bobl- Kontrakt (126.00) schlossen 12 bzw. 10 Stelle leichter, der Schatz (110.63) ging 2 ½   Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 1.47 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 139 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren einen BP niedriger bei 1.76 %, der JGB- Future (143.41) legt angesichts nachgebender Aktiennotierungen 16 Ticks zu. Der Euro verbilligt sich auf 1.272 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 92.7 Dollar.

 

Vor dem für viele Frankfurter Banker langen Wochenende stehen hierzulande kaum marktrelevanten Daten zur Veröffentlichung an. Nach den Vorgaben einzelner Volkswirtschaften dürften die Verbraucherpreise (+0.5 %/2.6 %) und Handelsbilanzzahlen (€ 4 Mrd.) der Eurozone keine Überraschungen bergen. Aus Großbritannien erwarten wir Arbeitsmarktdaten (8.4 %) sowie den Inflationsbericht der Bank of England.

In den Vereinigten Staaten laufen Baubeginne (685K/+4.7 %), Baugenehmigungen (730K/-4.5 %), die Industrieproduktion (+0.6 %) und Kapazitätsauslastung (79 %) über die Ticker. Am Donnerstag folgen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (365K), der Philadelphia- Fed- Index (10 nach 8.5) sowie die Frühindikatoren (+0.1 %). Wegen der „Blockupy- Bewegung“ sind in Frankfurt viele Banken am Freitag geschlossen und arbeiten nur mit einer Notbesetzung.

 

Am Primärmarkt stockt die Finanzagentur des Bundes heute die 10-jährige Bundesanleihe um 5 Mrd. Euro auf. Frankreich begibt BTANs mit Laufzeiten bis September 2014 und Februar 2017  im Volumen von jeweils 2.25-2.5 Mrd.,   3- und 4-jährige OATs im Volumen von jeweils 1.25-1.5 Mrd. sowie  10-, 11- und 15- jährige OAT-Linker über insgesamt 0.8-1.2 Mrd. Euro. Spanien  stockt am Donnerstag Bonos mit Fälligkeiten Januar und Juli 2015 sowie April 2016 um insgesamt 1.5-2.5 Mrd. Euro auf.  

Das amerikanische Schatzamt begibt am gleichen Tag 10- jährige TIPS im Volumen von 13 Mrd. USD, Großbritannien platziert 2- jährige Gilts über 1.5 Mrd. GBP.

In der kommenden Woche stehen mit Ausnahme neuer 2-jähriger Bundesschatzanweisungen (5 Mrd. Euro), belgischer OLOs (2-3 Mrd. Euro) und der Aufstockung 3-jähriger niederländischer DSL (2.5-3.5 Mrd. Euro) keine Transaktionen staatlicher europäischer Emittenten auf der Agenda. Das amerikanische Schatzamt versteigert 2-, 5- und 7- jährige Notes im Volumen von 99 Mrd. USD.

 

Technik:

Der  Bund- Future konsolidierte auf hohem Niveau und schloss (143.42) 12 Stellen unter Vortagsniveau. Die Indikatoren sind weiter aufwärts gerichtet, das extrem überkaufte Niveau und nachlassende Schwungkraft mahnen jedoch zur Vorsicht. Der Wochenchart ist ebenfalls positiv zu werten, Ansätze einer Trendumkehr sind aber nicht zu erkennen. Widerstände liegen bei 143.69 (Hoch v. 14.05.), 144.02 (Trendlinie), 144.24 (kurzfristiger Trendkanal) und  144.83 (Trendkanal). Unterstützung sehen wir bei 143.13/09 (Trend/Hoch v. 11.05.), 142.89 (Tief v. 16.05.). 142.81 (61.8 %- Fibonacci von 142.26 bis 143.69), 142.71 (Trendkanal), 142.49 (Tief v. 11.05.) und 142.26 (Tief v. 10.05.).

Der nächste Marktkommentar wird am 21. Mai 2012 veröffentlicht!

       
Unterstützungen 143.13 142.89 142.71
Widerstände 143.69 144.02 144.24

Thomas Weidmann

Tel.: 069 9132 1800


Disclaimer

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